Nr.42 14. Oktober 2004

   
Knifflige Formen und neue Aufgaben faszinieren die beiden: Remo und Hans Nyfeler.
Ein unerschöpflicher Brunnen
Vater Hans Nyfeler und Sohn Remo arbeiten gemeinsam im Holzwarenbetrieb in Gondiswil, der 1937 von Ernst Nyfeler gegründet wurde. «Mein Vater verstarb 1958 leider viel zu früh, darum habe ich mich für die Rechenmacherlehre entschieden, die nur zweieinhalb Jahre dauerte.» 1960 hat Hans Nyfeler begonnen, im elterlichen Betrieb zu arbeiten. «Damals produzierten wir Gebrauchswerkzeuge für die Landwirtschaft.» Vier Jahre später, mit 22 Jahren, erwarb er den Betrieb. Sein Sohn Remo, der 1971 zur Welt kam, lernte ebenfalls Schreiner und arbeitet seit 1991 im Betrieb mit. «Eigentlich hat er schon als Bub immer mitgeholfen», meint Vater Hans. Remo Nyfeler, der viel Freude an der Informatik hat, schrieb schon bald erste Progamme für den elterlichen Betrieb. Eine ganz wichtige Rolle spielen auch die Frauen der Familie Nyfeler. Rosa, die Gattin des Firmengründers, lebt in der oberen Wohnung und hilft noch bei den Arbeiten um Haus und Hof mit. Frau Nelly ist für das Ressort Verpackung verantwortlich und Margreth, die Frau von Remo, arbeitet im Sekretariat. «Alle haben in all den Jahrzehnten enorm viel Einsatz für den Betrieb geleistet, das gilt auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.» Hans Nyfeler sagt das nicht ganz ohne Stolz.
Nach der Geschaftsubernahme spezialisierte sich Hans Nyfeler auf Besonderheiten in der Holzwarenherstellung, unter anderem im Spielbereich und auf Musikinstrumente. «Knifflige Formen faszinierten mich. Ich entwarf ein Labyrinth, das von Spielzeugherstellern wie der Firma Naef aus Zeiningen vertrieben wurde. Bereits 1976 feierten wir drei Millionen produzierte Labyrinthe, die in 23 Länder verkauft wurden!» 1971 erhielt Hans Nyfeler den Deutschen Bundespreis für gute Formen. «Eigentlich leben wir davon, gute Erfindungen mit speziellen und gezielten Verbesserungen unserer Maschinen weiterzuentwickeln. Diese Tricks behalten wir möglichst für uns», sagt Hans Nyfeler mit einem verschmitzten Lächeln. «Es ist nie der Weisheit letzter Schluss; das ist unser Hauptleitsatz. Wir sind überzeugt, dass wir noch besser werden können. Dazu muss man aber immer auf der Suche sein und die neuen Ideen fortwährend weiterentwickeln. Seit kurzem sind wir auch FSC-zertifiziert. Die Qualität zu steigern und zu verbessern, ist ein weiterer Leitsatz von uns», sagt Remo Nyfeler, der seit der Anschaffung eines CNC-Bearbeitungscenters grossen Anteil an der Entwicklung der einzelnen Artikel hat. Dazu gehört das Cuboro, ein Baukastensystem mit insgesamt 84 Würfeln, erfunden von Matthias Etter. Diese Würfel werden in Gondiswil hergestellt. «Bei einem Würfel haben wir eine Echtkurve eingebaut, die theoretisch eigentlich so gar nicht möglich ist. Da haben uns sogar Hochschulen angeschrieben, um herauszufinden, wie das funktoniert», sagt diesmal Remo Nyfeler mit einem verschmitzen Lächeln. Bei beiden, Vater und Sohn, spürt man die Begeisterung für die tägliche Arbeit. Ganz ohne Probleme geht es auch bei Nyfelers nicht. «An diesem Standort steht seit 240 Jahren ein Gewerbe, trotzdem wurden wir in die Landwirtschaftszone gesetzt, wo bauliche Erweiterungen über 30% nicht zulässig sind. Darum können wir den Betrieb nicht genügend ausbauen, was uns für die Zukunft und die Übernahme von Remo schon Sorgen macht.» (dev)